Arschäologie oder sowas

Wenn man eh schon nicht weiß, wie man alles auf die Reihe bekommt und die Kraft und Leistungsfähigkeit bös begrenzt ist, dann hält man natürlich Haus mit seinen Kräften. Und macht Sinnvolles, Wichtiges. Klar.

Oder man ist ich. Dann kommt einem plötzlich in den Sinn, dass die eigentlich als Hundebadewanne gedachte aber nicht angenommene Teichschale doch 10 Meter weiter links viel hübscher wäre. Wohlgemerkt, nachdem man sie endlich mit Teichgemüse und Fischgetier fertig hatte. Ist ja nur so eine kleine Pisspfütze! Dat geit ruck zuck.

Gefühlte 1222229 qm³ Wasser, Erde, Steine und sonstwas später… die olle Pisspfütze ist gar nicht so klein. Mir tut jeder Knochen weh. Plus ein paar Knochen, die ich nicht mal habe.

Wie das so ist bei Grabarbeiten in den Hinterhöfen alter Gehöfe, findet sich beim Versuch, auf dem seit Jahrhunderten als Abfallhaufen verwendeten Hofstück ein Loch zu buddeln, welches größer ist als ein Kinderschuh, einen Querschnitt durch 200 Jahre Küchenabfälle, kaputtes Besteck, zerschlagenes Porzellan, alte Gürtelschnallen, verrostete Harkenreste, Knöppe, Knochen (wir fragen nicht näher), und hey, mit ein bisschen Goodwill und Phantasie habe ich auch mehrere Pfeilspitzen, Faustkeile und den Pfeilspitzabschlagstein gefunden. Doch! Bestümmt!

Auf ca. 1m Tiefe stieß ich dann auf eine Lehmschicht, in der mindestens die Überreste eines Schiffes lagerten. Muss, bei der Menge Holz. Wenn ich es doch sage!

Und natürlich fand ich dann auch noch eine Tonschicht.Da war aber kein Schiff drin. Nur,  falls es mal kein Geschirr mehr gibt, ich bin versorgt.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass das olle Loch nun gebuddelt ist, ich nie wieder buddeln möchte, ich auch nie wieder buddeln können werde, und dass Arngrimm der Schweifäugige nicht, wie die Legende sagt, sein Weib Hildugund, die Grimmige, verlassen hat, um weiter im Norden mit der flinkfüßigen Rike und der zarten Mieke einen neuen Hausstand zu gründen, sondern dass, so wie die fachfräuischen Grabungen in einem Hinterhof in Ostfriesland beweisen, Hildugund die Grimmige alle 3 samt des Kahns in der Lehmschicht versenkt hat. Wäre auch das geklärt.

Wenn Sie jetzt denken, ich hätte einen an der Waffel, …

ja, warum meinen Sie habe ich sonst an einem entzückenden Pfingstmontag diese Kackmistdreckspfütze 10 Meter nach links versetzt?

 

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5000 – so um und bei

5000 Follower auf twitter. Zeit, zu reflektieren und mal Danke zu sagen.

Eigentlich weniger, weil man mir folgt, sondern für all die wundervollen, verschiedenartigsten tweets, die Sie alle mir beschert haben. Folger, Nichtfolger, Blocker Muter, völlig egal, von wem, ich hab´s rausgehauen. Und Sie, Sie haben es gelesen, gefavt, rt-et, sind den accounts gefolgt, ….

Ja, ich bin und bleibe vorwiegend ein Rt-Account. Das ist halt mein Ding. Es ist für mich so eine Art Meditation, ich schalte dadurch prima ab. Ab und zu hab ich auch mal einen guten tweet, aber meist sabbel ich halt nur zwischendurch so rum, oder motze, oder belehre. Mehr will ich hier auch gar nicht. Ich wundere mich im Gegenteil über das ständigen Wachstum eines Accounts, der doch zu mind. 80% aus Rts besteht.

Denn trotz der enormen Rt-Frequenz folgen immer mehr. Und aus immer unterschiedlicheren Ecken. Gut, wir alle wissen, dass die meisten Follower sogenannte “tote Follower” sind. Und ich weiß, dass ich ein Drehtüraccunt bin. Durchschnittlich entfolgt 70% wieder. Viele nutzen mich eine Zeitlang als tl, bis sie eine eigene aufgebaut haben, warum und wie lange ein Account bleibt, ist aber auch egal. Man wächst immer weiter. Und das freut mich nicht wegen der Zahl an sich,sondern weil meine Rts damit immer größere Reichweite bekommen. Und das finde ich schön. Lachen, Ideen, Informationen, Accounts einander näherbringen. Schön. Ja, so einfach bin ich halt.

Besonders freue ich mich aber über diejenigen unter Ihnen, die mich schon lange begleiten, ob nun als Follower oder nicht, viele Avas sehe ich schon gefühlt ewig in meinen Mitteilungen auftauchen. Und erfreulich viele von denen sind auch eifrige Rt-er. So entsteht ein reger Austausch von tweets jeglicher Couleur. Und auch das finde ich schön.

Leider kann man wirklich nicht allen zurückfolgen, wie sehr man deren tweets auch mag, also, ich zumindest nicht, weil ich jetzt schon – oder schon lange – nur Bruchteile von meiner tl zu sehen bekomme. Aber – dadurch, dass man anderen Rt-ern folgt, sieht man eben auch viele viele accounts, die man sonst nicht sähe. Und auch das finde ich schön-

Mein Followerspektrum beinhaltet so ungefähr alles, und auch, wenn ich manchmal doch schlucken muss, so möchte ich es genau so, weil ich so mit vielen Sachen konfrontiert werde. Das ist nicht immer schön, aber mir wichtig, auch wenn ich bei meinen Rts stark filtere. Generell versuche ich immer, NUR den tweet an sich zu sehen, nie den Account, dessen Zahl, Ausrichtung, wer mit wem befreundet ist oder sich gerade hasst.

Lesen, MICH wirkllich wahrnehmen, das tut nur ein Bruchteil. Wie bei fast jedem account. Aber die, die sind mittlerweile ein Stück meines Lebens. Und dafür bin ich wirklich froh. Und dankbar. Auch wenn ich nicht der große Interagierer bin (und keine Genderin, wie man sieht).

Wie auch immer, ohne Ihre tweets und Rts hätte ich diese Followerzahl nicht! Und daher DANKE!

UND HÖREN SIE AUF, MICH ZU EMPFEHLEN. Ich mag das wirklich nicht.

 

So, genug gesabbelt. Hauen Sie rein und machen Sie weiter so. Damit ich so weiter machen kann. Mit Ihren tweets.

 

P.S. Ja, das große t ist immer noch hin.

 

 

 

 

Der Belehrbär, heute: Der Knick

Da heute auf den “Knick”tweet mehrere Fragen kamen, hier ein Belehrbär-Beitrag – und eine Liebeserklärung an den Knick

Knick, der
Ein Knick (auch als Wallhecke bekannt) ist ein Begrenzungsstreifen zwischen Feldern, Wiesen und Wegen, üblich in den Küstenregionen.
Er dient vielfältigen Zwecken
a) als Windschutz, er bricht den ständig über das Land streifenden Wind und verhindert eine Versandung
b) er verhindert, dass die kostbare Erde abgetragen wird
c) er dient als Feldgrenze
d) er bietet Wildtieren Schutz. Heimat und Nahrung
e) er dient in den Wald-armen Küstenregionen als Holz-Lieferant-
vor allem Brennholz

Der Knick besteht aus den verschiedensten , meist schnellwüchsigen Gehölzen. Hasel, Weiden, Knickäpfeln, Felsenbirnen, Weissdorn etc., aber druchaus auch einzlenen Eichen, Buchen etc.

Dadurch, dass der Knick einige  Jahre lang völlig in Ruhe gelassen wird, siedeln sich allerlei nützliche Pflanzen an, die Nahrung für Wildtiere bieten, wie Wildrosen,  Brom- und Himbeeren, Nesseln, Disteln, Pilze…. Als Bienenweiden sind sie ebenfalls sehr wichtig.

Damit der Knick seine Funktion als dichter Windschutz behält, wird er so ungefähr alle 5 Jahre “geknickt”, d.h. auf den Stumpf zurückgeschnitten, damit das Gehölz von unten nachtreiben kann und nicht ausdünnt.

Oft werden auch im Abstand von mehreren Metern einzelne Bäume zur späteren Verwendung komplett stehen gelassen.

Meist knickt man in den Wintermonaten, bei Frost, da man dann u.a. am besten auf die Felder kann, ohne die Bewirtschaftung zu stören.

An den Knicks lagert sich über die Jahre Erde ab, so dass es mit der Zeit zu “Wällen” zwischen den Feldern und Wiesen kommt, die zusätzlich Schutz bieten.

 

Bitte, gern.

Du und Deine Leute aus dem Internet

Seit Ende der 80iger haben meine Eltern und ich diese Diskussion. Obwohl ich durch “die Leute aus dem Internet” schon so viel erlebt habe, so viele real kennengelernt habe, durch die Welt gereist und sie besucht habe, Hilfe erfahren habe etc. pp.

Nun sind es die Leute bei twitter. Etwas, was ich aus Gründen anonym betreibe. Und trotzdem passiert das, was jedesmal passiert. Mailinglists, Bulletin-Boards, Foren, Online-Spiele, Facebook – und jetut twitter. Sie wachsen einem ans Herz. Anonym oder nicht. Sie werden teil des Lebens.

Man wächst an deren Erfahrungen, man lernt aus deren Leben, man lacht, man weint, man freut sich und man sorgt sich. Dazu muss man Menschen nicht mal persönlich und im realen Leben kennen – und trotzdem ist es nicht wenger real. Weil unser Gefühl in uns passiert, nichts Externes ist, sondern etwas, was in uns entsteht.

Natürlich könnten wir ohne das leben, aber warum? Warum nicht mitnehmen, was uns das Netz diesbezüglich bieten? Eine Erweiterung unseres Umfelds, unserer Erfahrungen, unserer Informationen und all die Gefühle.

twitter ist meine x-te Plattform, u nd auch hier erfahre ich wundervolle Menschen – und habe auch schon wundervolle Menschen verloren. Die – im besten Fall – die Plattform verlassen haben – und im schlechtesten Fall verstorben sind. Ich vermisse sie nicht weniger, als ich andere Menschen, die mich irgendwie berührt haben, vermisse.

Und nun gibt es einen twitterer, der wohnt  ca. 5 km oder so von mir. Nein, ich kenne ihn trotzdem nicht persönlich, weil ich hier wirklich anonym bleiben will. Nichtsdestotrotz verbindet die Nähe. Wir sind uns im Dorf garantiert schon öfters über den Weg gelaufen.

Dieser twitterer – ich nenne ihn hier mal ichmich ;), der war nun kurzfristig weg. Das war, als fehlte ein Nachbar. Und als ich erfuhr, dass da was passiert ist, da hab ich gebibbert. Immer wieder seinen Namen gesucht, um zu sehen, ob es was Neues gibt. Und als er dann wieder die ersten Lebenszeichen gab, akribisch nachgelesen und mich sehr, sehr gefreut.

Ja, es sind “nur” Menschen aus dem Internet. Aber sie nehmen trotzdem einen Platz in meinem Leben ein, gehören dazu. Die teilnahme an ihrem Leben bereichert mein Leben. Und es ist mir egal, ob manche Menschen das nicht verstehen oder armselig finden. Ich persönlich bin dankbar für sie. Die Menschen aus dem Internet. Und all das, was ich durch sie erleben, erfahren, lernen darf. Für das Lachen, die wundschönen Worte, die herrlchen Bilder.

DANKE, dass es Euch gibt, Ihr Menschen aus dem Internet.

Und an “ichmich” – ich freu mich jedes einzelne Mal, wenn ich Dich wieder lesen kann!

 

P.S.: Ja, das t ist immer noch hin. Aber bei der Frage “Auto” oder neuen Rechner hat die Mobilität dann doch gewonnen.

 

 

 

Meinungen und die TL

Seit Tagen geht mir eine DM nicht  aus dem Kopf und nun versuche ich, in Worte zu fassen, was in mir vorgeht. Jedem, der mich liest, wird – hoffentlich – klar sein, dass ich persönlich es selbstverständlich finde, dass gerade unser Land sich Flüchtlingen gegenüber öffnet und hilft. Das vorweg gestellt, es ist nicht Basis meines Problems.

Mein Problem war der Satz “Du duldest rechtes Gedankengut in Deiner TL”. Davon mal ab, dass ich derzeit finde, dass alles als rechts betitelt wird, was nicht jubelt (andersherum kennen wir es ja auch, wie schnell wird man als links betitelt), meine TL ist für mich persönlich. Hier sammele ich Meinungen, Ansichten, Einsichten, Schönes, Kultur, Wirtschaft, Politik, Tourismus-Infos, Wissenschaft. Ich folge bewusst so bunt wie möglich. Ich schaue seit Jahren kein Fernsehen mehr, höre kaum Radio, also ist das Netz für mich eine wichtige Informationsquelle, die ich so breitgefächert wie möglich nutze. Breitgefächert daher, dass ich mir immer versuche, meine eigene Meinung aus den verschiedensten Richtungen zu bilden. So folge ich möglichst immer dem ganzen Spektrum. Außer Extremisten gleich welcher Couleur. Da kann ich persönlich nicht mit um. Was ich mir selbst vorwerfe, denn auch das ist die Menschheit.

RT-et wird dann gefiltert. Klar ist da auch mal der eine oder andere food-for-thought-Tweet dabei, aber meine RTs sind schon immer recht mittig. Bei dem WAS ich rt-e, kommt es mir ausschließlich auf den Text an, ich achte (außer bei Account-Vorstellungen) nie auf den Autor. Da haben einige Schwierigkeiten mit, weil sie einen Autor aus verschiedensten Gründen nicht verknusen können, aber es ist immerhin mein Account – und solange der Tweet für mich aus irgendeinem Grund RT-Potential hat, kommt er halt raus.

Aber ja, ich habe “besorgte Bürger” auf meiner TL. Wohl gemerkt, nicht solche, die zu Gewalttaten aufrufen oder übelst beleidigen. Und da bin ich schon inkonsequent, denn von der anderen Seite des politischen Spektrums habe ich durchaus einige, deren Tweets mir Bauchschmerzen bereiten, wenn da gegeifert wird, man solle Politiker, Wirtschaftsgrößen oder Bullen töten, wenn Steine schmeißen als Mittel zur Demonstration gesehen wird, besonders bei der letzten Bundestagswahl habe ich mich doch sehr über einige…. gewundert. Was da an Hass-Tweets kam, war für mich unterste Schublade. Und solche Tweets kommen ständig auf die TL. Aber ich überlese es, auch wenn es mir manchmal schwer fällt, wie formuliert wird. Weiß ich doch, dass die meisten dieser Tweets aus Sorgen, Angst, Hilflosigkeit entstehen. Angst um Arbeit, Einkommen, soziale Versorgung, Unzufriedenheit gegenüber der momentanen politischen Situation und der Einflusslosigkeit des Bürgers. (Und das, OBWOHL es uns hier in Deutschland immer noch verdammt gut geht.)

Der Frust ist da, auf BEIDEN Seiten des politischen Spektrums, und in der Mitte auch. Also ja, ich lese auf meiner TL auch Menschen, die der massenhaften Aufnahme von Flüchtlingen kritisch gegenüber stehen. Die sich Szenarien ausdenken, die kommen könnten, die ihre Ängste äußern, die auf die Probleme hinweisen, die kommen werden und kommen könnten.

Ich lese auch Menschen, die an Chemtrails glauben, ich lese Palästinenser, ich lese Israelis, ich lese links, rechts, oben, unten, gläubig, ungläubig und ich finde das WICHTIG! Solange keiner zu strafbaren Handlungen aufruft, möchte ich WISSEN, was in den Köpfen vorgeht. Ich möchte lesen, wie andere empfinden, ich möchte Probleme erkennen und nicht negieren. Ich möchte verstehen.

Es sind immer Menschen, die hier ihre Sorgen, Ängste und Nöte posten, ob nun eingebildete und echte. Die einen sehen den Teufel in der Macht der Wirtschaft, die anderen in Überfremdung und zugrunde liegen die gleichen Ängste. Die Angst um die eigenen Lebensumstände.

Also ja, ich höre zu. Ich schüttele bei vielem verständnislos den Kopf, was ich so auf meiner TL lese, aber meine TL ist kein Parteibuch, keine schöngeschminkte Wirklichkeit, keine sorgsam gekämmte Reihe von Teppichfransen. Sondern das Durcheinander der Menschheit. Man wirft mir oft vor, zuviel Verständnis zu haben. Nun, der, der ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein – und manchmal habe ich den sozialen Netzwerken das Gefühl, dass hier unglaublich viele Heilige rumlaufen.

Kurz und gut, auf meiner TL kommen weiter alle zu Wort, die mir dabei helfen, mich in dieser Welt meinungsmäßig zu positionieren. Weil mir das wichtig ist. Andere mögen das anders sehen. Ich allerdings finde diese “sei unserer Meinung, sonst bist Du halt Scheiße – und alle, die Dir folgen auch”-Einstellung ziemlich gruselig und ziemlich Schöne neue Welt – und genauso moralisch bedenklich wie die besorgten Bürger.

Ich bin besorgt

Sie können jetzt den Shitstorm beginnen oder sich tatsächlich die Zeit nehmen, mal zu lesen, um was es mir eigentlich geht.

Natürlich bin ich besorgt. Alles andere wäre, meiner unmaßgeblichen Meinung nach, unglaublich naiv. Wir können ja nicht mal die unterschiedlichen Mentalitäten in der EU auf einen Nenner bringen. Ja, wir denken IMMER noch in Ossis und Wessis. Dabei war die Trennung nur wenige Jahrzehnte. Und schon Jahrzehnte her. Und wir haben in diesem Land bereits so viele Probleme, die wir nicht gebacken bekommen. Allein das reicht schon, um besorgt zu sein. Natürlich bringen so viele neue Flüchtlinge noch ein paar mehr Probleme. Logistisch, finanziell, auch kulturell. Also ja, noch mehr, um besorgt zu seien. Besorgt zu sein aufgrund der massiven Probleme, denen unsere Gesellschaft gegenübersteht, von denen Flüchtlinge nur in kleiner Teil sind, ist normal, menschlich und gesund. Es heißt, dass man nicht die Augen davor verschließt. Man muss ein Problem annehmen, bevor man Lösungen dafür sucht. Mit “Willkommen” und ein bissi goodwill ist es nicht getan.

Besorgt sein und uneingeschränkt pro-Asyl zu sein schließt sich nicht aus. Für mich ist es selbstverständlich, dass Asyl sein muss, dass das eigene Land Flüchtlinge aufnimmt, dass man selbst hilft, und wenn es nur ein bisschen ist. Und es wird nicht damit getan sein, auf sozialen Netzwerken groß zu verkünden, dass man Flüchtlinge willkommen heißt und gerade eine Flasche Shampoo gespendet hat (hier bitte loben). Dies wird uns viele Jahre begleiten. Es wird uns vor neue Probleme stellen.  Das Ganze ist kaum zu überblicken und ist längst nicht mit der Aufnahme von Flüchtlingen getan. Hier ist ein weltpolitisches Problem, bei dem die Flüchtlinge ein Symptom sind. Und es ist kein Ende abzusehen.

Also ja, ich bin besorgt. Wegen vieler Dinge  und auch wegen der nicht enden werdenden Flüchtlingswelle. Ich bin besorgt über die zunehmende Fremdenfeindlichkeit. Ich bin besorgt über die Einkommenschere, besorgt über die Abwanderung von Firmen in Billiglohnländer, besorgt über die Arbeitsbedingungen in der Pflege, die Nutztierhaltung,. Besorgt wegen der zahlreichen Kriege in der Welt, wegen der Radikalisierung von Gesellschaften. Und ich bin besorgt, dass man nicht mehr offen besorgt sein darf. Dass man Dinge nicht ansprechen darf. Dass in den sozialen Medien jeder Schlagworte raushaut, sich damit als “Guter” sieht und alle anderen mit Shitstorms überzieht, die auch nur die Anstalten machen, nicht bedingungslos “Hurra” zu schreien.

Wir haben allen Grund, in diesem unserem Land in dieser unserer Zeit, besorgt zu sein. Und wir haben allen Grund, gemeinsam die Ärmel aufzukrempeln und für dieses unser Land, in dem es uns immer noch unverhältnismäßig gut geht, zu kämpfen. Gemeinsam mit den Flüchtlingen und allen anderen, die mit anpacken wollen, egal, welch Hautfarbe, Religion, sexueller Orientierung oder Nationalität, ALLEN, die ihren Beitrag dazu geben wollen, dass es uns weiterhin gut geht und vielleicht sogar besser. Und dass man weiterhin hier bei uns seine Meinung sagen darf, glauben darf, an was man will, lieben darf, wen man will, dass wir was zu beißen haben und ein Dach über dem Kopf – und dass eines unserer größten Probleme zu sein scheint, dass wir uns das neueste Apfelprodukt nicht leisten können. Wir brauchen die Manpower in einem Land steigender Rentnerzahlen. Nehmen wir es als Chance und Herausforderung. Auch, wenn wir besorgt sind. Oder gerade weil. Und erlauben wir uns weiterhin, Probleme anzusprechen, um gemeinsam Lösungen dafür zu erarbeiten, anstatt uns selbstbeweihräuchernd hinten den “korrekten” Schlagwörtern zu verstecken und einfach die Augen zuzumachen. Von alleine regelt sich nichts. Und hier ist einiges zu wuppen in nächster Zeit.

JMHO

Menschen – das wird nix mit uns

Ich geh ja wieder schwimmen. So jeden 2. Tag. Es ist ein wundervoller Natursee. Op Dörp. Zur Hälfte Naturschutzgebiet. Sehr liebevoll und durchdacht gemacht. Sehr gepflegt. Außer an heißen Tagen kaum frequentiert.

Und jedesmal frag ich mich wieder:

Was stimmt mit den Menschen nicht?

– Die Toiletten können nicht immer auf sein, weil randaliert wird, die Metalltüren sehen aus, wie nach Dauerbeschuss.

– Obwohl alle 20 m Mülleimer stehen, die auch immer geleert werden, schmeißen Menschen ihren Müll in die Botanik (und das gilt auch für die bekifften Zigarettenfilter. Da liegen immer wieder Massen davon. Ihr könnt Euren Scheiß doch auch da mit hinschleppen. Dann schleppt die Reste auch wieder zurück.)

– Der See ist für Hunde nicht zugelassen. Nun stört es uns Frühpaddler nicht, wenn Menschen ihren Fiffi morgens mal bisschen paddeln lassen – aber dann macht die Scheiße weg, lasst Fiffi nicht buddeln und jagen!

– Sorgsam gepflanzte Pflanzen werden ausgerissen, neue Zuwege werden hingetrampelt. Weil man ja keine 50 m gehen kann.

Das sind alles Kleinigkeiten, aber gerade die zeigen: Ein Großteil denkt gerade mal bis zur eigenen Nasenspitze – und nach ihm die Sintflut. Wie können wir erwarten, unsere großen Probleme zu lösen, wenn wir nicht einmal bereit sind, bei so winzigen Kleinigkeiten, die uns weder Mühe noch Zeit kosten, mitzudenken.

Ob nun beim Einkaufen, Autofahren, in der Nachbarschaft, in Feld und Flur, eine dickköpfiger Egoismus wird überall gepflegt, so sehr, dass es den Menschen nicht mal bewusst wird.

Würd jeder nur ein bisschen mitdenken, ein bisschen mitarbeiten, ein bisschen bei den kleinen Dingen anfangen – wer weiß, vielleicht würden wir dann auch bei den großen Dingen besser fahren.

So wird das jedenfalls nix