Einstellungssache, 2016 war Scheiße oder einfach STFU

Twitter. Meistens ärgere ich mich kurz über gewisse Kommentare, aber dann ist es auch schon wieder gut. Über Kommentare zu einigen Tweets jedoch ärgere ich mich länger. Wel mir diese Tweets wichtig sind. Weil sie aus einer bestimmten Situation heraus entstanden sind, den langjährige Leser vielleicht erahnen können, Leute, die mich nie lesen, aber keinesfalls.

2016 war kein schönes Jahr für mich, auf so vielen Ebenen nicht. Der Tod meines Vaters leitete es ein, der Infarkt meiner Mutter beendete es. Dazwischen lagen viele Nackenschläge, die ich zum großen Teil nicht öffentlich mache. Ich setzt dann mein Pokerface auf und lächle mutig. Ich steh nämlich nicht so auf Mitleid, ich vergrab mich lieber irgendwo und werd allein damit fertig. Oder auch nicht. Aber das ist nun mal meine Sache.

Mit Nackenschlägen meine ich nun nicht, dass mein Auto verreckte, mein Handy kaputtging oder ich Beziehungstrouble hatte. Sondern gravierende Dinge, die nun mal so sind wie sie sind, aber gewiss nicht schön. Da ändert auch eine Einstellung nix dran. Und ändern kann man da auch nix dran. Sie müssen durchlebt und ertragen werden. Insofern habe ich versucht, mir 2016 trotz allem schön zu machen. Mein Garten musste dafür herhalten, und die Viecher. Die Hoffnung nicht verlieren, kämpfen, nicht aufgeben. Kurz jammern, aber dann – nun ja, nützscha nix. Weitermachen. Im viel begrenzteren Rahmen, aber ein bisschen was geht immer noch. Also, fast immer.

Wenn ich aber sage, dass 2016 für mich kein schönes Jahr war, dann ist das keine Einstellungssache. Natürlich kann ich mir sagen, dass es gut ist, dass der Vater so gestorben ist, wie er es letztendlich ist, aber das ändert nichts an der Trauer. Dass meine Mutter noch rechtzeitig ins Krankenhaus gekommen ist, ändert nichts an meiner Angst. Und hey, ich lebe noch! Ist zwar auch schön, aber ehrlich gesagt, ich wär halt lieber wieder gesund und fit. Was nicht mehr passieren wird. Muss man auch erst mal verknusen. Muss man aber auch keinen mit belästigen. Ändert ja nix. Sucht man sich halt nen neuen, kleineren Rahmen.

Was mich dann aber wirklich nervt, ist: Das ist alles Einstellungssache. Du musst was ändern, sonst ändert sich nix. Und weitere schlaue Sprüche gleicher Sorte. Die Dinge kann man nicht ändern. Sie werden nicht gut. Auch von Einstellungssachen nicht. Nur erträglicher. Aber hey, drüberscrollen und gut, gell?

Sehen Sie, hier ist mein Knackpunkt: Wenn Sie NICHTS oder nur kleine Bruckstücke aus dem Leben eines anderen kennen: einfach mal die Fresse halten! Woher wollen Sie durch einen Tweet wissen, was er erlebt hat? Was er durchleidet? Was bringt Menschen dazu, sich anzumaßen zu sagen: Hey, das ist nur Deine Einstellung! Wenn Sie nichts über die Hintergründe kennen? Behalten Sie Ihre – in dieser Beziehung – belanglose Meinung doch einfach mal für sich.

Ich kämpfe auch 2017 weiter. Mache mir mein Leben schön. Hab ich Übung drin. Und auch 2017 werden Sie nur ein Bruchteil meines Lebens zu sehen bekommen. Manchmal werde ich aus Gründen nicht posten. Manchmal werde ich Sie zuspammen. Und ab und an poste ich auch mal was, was mir wirklich wichtig ist. So wie dies: Urteilen Sie nicht über andere, über dessen Leben, und schon gar nicht, wenn Sie dieses gar nicht kennen. Und einfach mal die gut gemeinten Ratschläge stecken lassen. Keine Diagnose durch die Hose. Wirklich.

 

Vielen Dank.

 

 

 

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